FALLING WALLS Lab Jena: Wie Prerana Chaudhari Wissenschaft greifbar machte

Wenn Forschung Menschen berührt

Die Atmosphäre in der Imaginata Jena war von gespannter Erwartung geprägt. Rund 200 Gäste verfolgten aufmerksam die Premiere des FALLING WALLS Lab Jena, eines Formats, das wissenschaftliche Spitzenforschung auf wenige Minuten konzentriert und dabei Geschichten erzählt, die weit über Laborwände hinausreichen.

FALLING WALLS Lab Jena Prerana Chaudhari gewinnt Doppelsieg

An diesem Abend ging es nicht nur um wissenschaftliche Exzellenz. Es ging um Ideen, die das Potenzial besitzen, bestehende Grenzen zu überwinden. Um Visionen, die zeigen, wie Forschung das Leben von Menschen verändern kann. Und es ging um eine Forscherin, die mit ihrer Präsentation Jury und Publikum gleichermaßen begeisterte.

Dr. Prerana Chaudhari vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) gelang beim ersten FALLING WALLS Lab Jena ein bemerkenswerter Erfolg: Sie gewann sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis und sicherte sich damit die Teilnahme am internationalen Global Finale in Berlin.

 

Premiere für das FALLING WALLS Lab in Jena

Mit der ersten Ausgabe wurde Jena Teil eines weltweiten Netzwerks aus Wissenschaft, Innovation und Zukunftsideen. Das renommierte FALLING WALLS Lab bringt junge Forschende, Studierende und Innovatoren zusammen, die in nur drei Minuten eine wissenschaftliche oder technologische Herausforderung vorstellen, die sie mit ihrer Arbeit überwinden möchten.

Wie funktioniert ein Falling Walls Lab?

Teilnehmen können Studierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Innovatorinnen und Innovatoren aus unterschiedlichen Disziplinen. Die Präsentationen erfolgen auf Englisch und folgen einem klaren Prinzip:

 

  • 3 Minuten Pitch
  • Interdisziplinäre Fachjury
  • Bewertung nach Innovationsgrad, Relevanz und Präsentation
  • Auswahl eines Siegers oder einer Siegerin für das globale Finale in Berlin
Premiere für das FALLING WALLS Lab in Jena
FALLING WALLS Lab Jena Prerana Chaudhari gewinnt Doppelsieg

Der Veranstaltungsort hätte kaum passender gewählt werden können. Die Imaginata steht seit Jahren für kreatives Denken, Entdecken und den Mut, neue Perspektiven einzunehmen. Genau diese Denkweise prägt auch das FALLING WALLS-Konzept.

Organisiert wurde die Premiere von JENAINNOVATION und der Graduierten-Akademie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für den Wissenschaftsstandort Jena war die Veranstaltung ein sichtbares Zeichen dafür, wie stark die Region in Forschung, Innovation und wissenschaftlicher Kommunikation aufgestellt ist.

 

Elf Forschende, drei Minuten und eine entscheidende Idee

Elf Forschende, drei Minuten und eine entscheidende Idee

Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentierten ihre Projekte vor einer interdisziplinären Fachjury. Jede Präsentation musste in nur drei Minuten verständlich, überzeugend und inspirierend sein. Eine besondere Herausforderung, denn komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge müssen dabei so erklärt werden, dass sie nicht nur Expertinnen und Experten erreichen, sondern auch ein breites Publikum. Genau hier überzeugte Prerana Chaudhari mit ihrem Vortrag „Breaking the Wall of How We Treat Broken Walls of Our Body“. Bereits der Titel machte neugierig. Doch entscheidend war die Idee dahinter.

Projekt SEAL: Schutzbarrieren des Körpers stärken

Im Mittelpunkt ihres Forschungsprojekts SEAL steht eine Frage, die zahlreiche medizinische Herausforderungen berührt:

Was passiert, wenn die natürlichen Schutzbarrieren unseres Körpers beschädigt werden? Solche Barrieren befinden sich beispielsweise im Darm. Werden sie geschwächt, können Stoffe leichter in das Gewebe eindringen und chronische Entzündungsprozesse begünstigen. Statt ausschließlich die Folgen solcher Schäden zu behandeln, verfolgt Chaudhari einen anderen Ansatz. Ihr Ziel ist es, die Schutzbarriere selbst zu stabilisieren und ihre natürliche Funktion wiederherzustellen.

Die Grundlage dafür bildet ein kleines natürliches Molekül, das aus Forschungsarbeiten an gesunden Hundertjährigen hervorging. Darauf aufbauend werden Wirkstoffansätze entwickelt, die geschädigte Barrieren stärken und langfristig widerstandsfähiger machen könnten. Gerade dieser Perspektivwechsel faszinierte die Jury.

Warum Jury und Publikum gleichermaßen überzeugt waren

In Wissenschaft und Innovation entstehen Durchbrüche häufig dann, wenn bestehende Denkweisen hinterfragt werden. Genau das gelang Prerana Chaudhari.

Wie die Juryvorsitzende Prof. Dr. Miriam Agler-Rosenbaum erklärte, überzeugte insbesondere der grundlegend andere Blick auf das Problem. Anstatt zunächst die Auswirkungen einer geschädigten Barriere zu behandeln, konzentriert sich der Forschungsansatz auf deren Stabilisierung und Wiederherstellung.

Diese Herangehensweise macht das Projekt nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für die zukünftige Gesundheitsforschung. Dass die Forscherin am Ende sowohl den Jurypreis als auch den Publikumspreis erhielt, zeigte eindrucksvoll, wie verständlich und eindringlich sie ihre Forschung vermitteln konnte.

FALLING WALLS Lab Jena Prerana Chaudhari gewinnt Doppelsieg

Von Jena auf die internationale Bühne

Mit ihrem Erfolg qualifizierte sich Prerana Chaudhari für das FALLING WALLS Global Finale in Berlin. Dort treffen die Gewinnerinnen und Gewinner regionaler FALLING WALLS Labs aus aller Welt zusammen.

Für die Wissenschaftsstadt Jena ist dies mehr als nur ein weiterer Wettbewerbserfolg. Es ist ein sichtbarer Beleg dafür, dass innovative Forschung aus Thüringen internationale Aufmerksamkeit erzeugen kann.

Gleichzeitig verdeutlicht die Veranstaltung die Bedeutung moderner Wissenschaftskommunikation. Forschung entfaltet ihre volle Wirkung erst dann, wenn Menschen verstehen, warum sie relevant ist und welchen Beitrag sie für unsere Zukunft leisten kann.

Die Bedeutung des FALLING WALLS Lab für Jena

Die Premiere des FALLING WALLS Lab Jena zeigte eindrucksvoll die Vielfalt der regionalen Forschungslandschaft. Themen aus Medizin, Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Materialwissenschaften und Bildungsinnovation standen nebeneinander und verdeutlichten die Innovationskraft der Saalestadt.

Für junge Forschende bietet das Format eine einzigartige Bühne. Es schafft Sichtbarkeit, fördert Vernetzung und eröffnet den Zugang zu internationalen Wissenschaftsnetzwerken.

Jena stärkt mit dieser Veranstaltung seine Rolle als Forschungs- und Innovationsstandort und setzt zugleich ein starkes Signal für die nächste Generation wissenschaftlicher Talente.

Wenn Ideen Mauern überwinden

Manche wissenschaftlichen Durchbrüche beginnen nicht mit großen Schlagzeilen, sondern mit einer mutigen Idee und der Fähigkeit, diese verständlich zu erzählen.

Das erste FALLING WALLS Lab Jena hat genau das sichtbar gemacht. Die Veranstaltung verband Wissenschaft mit Storytelling, Forschung mit Öffentlichkeit und innovative Ideen mit echter Begeisterung.

Der Doppelsieg von Prerana Chaudhari steht dabei exemplarisch für eine Forschung, die neue Wege denkt und bestehende Grenzen hinterfragt. Mit ihrem Projekt SEAL reist sie nun nach Berlin und trägt ein Stück Jena auf die internationale Bühne.

Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft des Abends: Große Veränderungen beginnen oft dort, wo jemand den Mut hat, eine scheinbar unüberwindbare Mauer aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten.

Premiere in Jena: Das FALLING WALLS Lab kürt Prerana Chaudhari zur Siegerin vor Jury und Publikum.
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